Berufsbilddiskussion einmal anders: Bibliothek? Informationsmanagement? Wissensmanagement?

Irgendwie erinnert die ganze Geschichte an die Fusion von VdDB und vba im Jahr 2000 zum Berufsverband Information Bibliothek. Auch damals war die spannende Frage, wie sich der neue Verband benennt und wie man den Begriff „Information“ mit hineinbekommt, um Nicht-Bibliothekarinnen/-Bibliothekare mit ins Boot zu holen und um – ein Zukunftsfeld zu benennen.
Im Moment tobt diese Diskussion gerade in der amerikanischen Special Libraries Association, SLA. Hier wird derzeit diskutiert, sich in “Association for Strategic Knowledge Professionals”, kurz: ASKPro umzubenennen. Auf der Mailingliste des Chapters „Solo Librarians“ (Sie wissen doch, wie man sich dort subskribieren kann?) geht es hin und her: Hie diejenigen, die mit dem Begriff „special libraries“ etwas anfangen und im librarianship ihr Selbstverständnis sehen, dort jene, die mit „knowledge professional“ einen Sprung nach vorne machen möchten und das neue Berufs- und Qualifikationsfeld vorne aufs Schild heben möchten, wie beispielsweise Mary Ellen Bates, die sowohl in der Mailingliste SOLO-Lib als auch in ihrem Weblog (undzwar hier und hier) für die Namensänderung eine Lanze bricht.
Erinnert das nicht ein wenig an die OPL-Theorie. Guy St. Clair, der sie als erster weit vorangetrieben hat, ist seit langer Zeit nicht mehr im Bereich Bibliothek, sondern im Bereich Knowledge-Management unterwegs und auch viele andere sind von dem Label „Bibliothek“ zum Label „Informationszentrum“ oder „knowledge management“ gewechselt. Schlimm? Wenn man einen Anspruch formuliert (eben nicht „Informationsmanagement“ sondern „Wissensmanagement“), der uns an eine Schnittstelle moderner Organisationsgeschäftsgänge stellt. Natürlich ist die Frage, ob das nicht eher überkandidelt ist, jedoch meine ich, dass es nicht so lächerlich, nicht so sehr nach ungedeckten Schecks aussieht, wie so manche der im Management gebräuchlichen Titel …
Dass uns eine solche Diskussion ins Haus steht, ist wenig zu befürchten! Da ist zum einen die deutsche Verbandsstruktur, die hübsch teilt, was zu solch einer Diskussion führen könnte: Da steht die „Arbeitsgemeinschaft der Spezialbibliotheken“ neben der DGI, der „Deutschen Gesellschaft für Informationswissenschaft und Informationspraxis“, letzteres ein solch sperriger Titel, dass er sich nicht einmal auf der Hauptseite der Homepage findet … Wie dem auch sei: Wenn die Diskussion nicht drängt, kann man ja in aller Ruhe überlegen, wie das mit der eigenen Institution ist, ob man sie noch Bibliothek oder nicht vielleicht Mediothek nennen will oder Informationszentrum oder Stabsstelle für Wissensmanagement. Alles Stichworte zu einem sich wandelnden Berufsfeld. Wo es sich hinbewegen wird? Wir werden es nicht nur erleben, wir werden es zum Teil auch gestalten. Aber erst einmal sind die amerikanischen Kolleginnen und Kollegen dran!

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